Der Koch, der Metzger und die Dramaturgin

Neue Gesichter beim Heimatunternehmen Oberland

Gruppenfoto mit zehn HeimatunternehmerInnen im Wintergarten

HeimatunternehmerInnen Oberland v.l. Sabine Schreiber, Geli Hubner, Jutta Oswald, Karsten Scheuren, Katrin Knabl, Andrea Brenner, Nadia Sadeghian, Bernhard Wolf, Emma Göttfert (nicht auf dem Bild: Hubert Knabl, Mirko Göttfert):
© Anschi Hacklinger

Was hat der Metzger mit der Kostümbildnerin gemeinsam? Der Koch mit der Dramaturgin und dem Dokumentarfilmer?

Es gab eine Menge zu entdecken und zu erzählen beim zweiten Heimatunternehmertreffen Oberland. Metzger Mirko Göttfert und seine Tochter Emma hatten feinsten Almrindschinken zum probieren mitgebracht, der förmlich auf der Zunge zerging, perfekt zum selbstgebackenen Sauerteigbrot von Jutta Oswald. Seit einigen Jahren hat sich die gelernte Konditorin ihren Traum vom eigenen Café erfüllt.

Karsten Scheuren berichtete von der eben fertig gestellten und nun ausgestrahlten Reportage über die prekären, zum Teil unmenschlichen Hinter - und Abgründe der Lebensmittelproduktion. Weizen in Kanada, Tomaten in Marokko, Italien und China - er will mit seiner Kompetenz die regionalen Kräfte unterstützen.

"Das Grundmaterial muss Qualität haben, sonst kannst du’s gleich wegschmeißen“, erzählte Geli Hubner von ihrer Lehrzeit am Theater. Aber wenn der Stoff eine gute Qualität hat, dann hält er ewig und ist es wert, bis zum letzten Fitzel genutzt zu werden. Nicht anders ist es mit hochwertigen Lebensmitteln aus der Region, die Bernhard Wolf verarbeitet. „Wir haben quasi noch nie mit einem Lieferanten über seinen Preis diskutiert, jeder weiß doch, was sein Produkt wert ist“.

Für mehr Verständnis und Kommunikation zwischen LandwirtInnen und VerbraucherInnen setzt sich Nadia Sadeghian mit dem Verein „Wos Guads vor Ort“ ein - Katrin und Hubert Knabl konnten ein Lied davon singen, wie wichtig dies ist. Demnächst steht ein Besuch in Waakirchen an, um sich mit aufgeschlossenen Bäuerinnen auszutauschen.

Eine gemeinsame Sprache finden, Vertrauen aufbauen, sich Zeit nehmen. HeimatunternehmerInnen bringen neben der absoluten Begeisterung für ihr eigenes Tun auf jeden Fall viel Empathie für ihr Umfeld mit, sonst geht gar nix. Weder bei der Kuh, die vom Anhänger soll noch beim Landwirt, der keine Lust mehr hat zu erklären, dass sein Tier nicht ausschließlich aus Edelteilen besteht.

Austausch. Gleichgesinnte finden, die auch ein bißl anders sind. Es war eine Wohltat zu sehen, wieviel Parallelen, ähnliche Gedanken, Lust zum Verbandeln und Netzwerken in dem kleinen Wintergarten sprudelten.


Heimatunternehmen Oberland
Anschi Hacklinger
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11.11.2021

Regierungsbezirk: Oberbayern