KugelSüdhangHof Sibratshofen

Regenerative Grünlandbewirtschaftung im Zeichen des Klimawandels

KugelSüdhangHof Sibratshofen

Oktober 2018

Regierungsbezirk: Schwaben

Der Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft liegt im Interesse aller. Im Zeichen des Klimawandels und eines gravierenden Artenschwundes werden sich auch die Betriebe im Allgäu neuen Anforderungen, bzw. Auflagen in punkto Düngung, Umweltschutz, Grundwasserschutz, Naturschutz und Klimaschutz stellen müssen. Durch die zunehmende Verarmung der Böden und die immer weiter steigenden Energiekosten wird die Existenz vieler Betriebe zukünftig von der Fähigkeit abhängen, die natürlich vorhandenen (kostengünstigen) Ressourcen optimal zu nutzen. Neue Zeiten, bringen neue Herausforderung mit sich und bedürfen somit neuer Herangehensweisen.

Christine Bajohr und Martin Wiedemann-Bajohr bewirtschaften zusammen einen kleinen aber vielseitigen Biobetrieb im Oberallgäu, den KugelSüdhanghof. Die beiden verfolgen seit einigen Jahren ein ungewöhnliches Betriebskonzept, das zudem sehr klimafreundlich ist. Es basiert auf den natürlich vorkommenden Ressourcen des Betriebsstandorts und stellt eine Möglichkeit dar, wie man Tierwohl, Umweltschutz, Naturschutz und Landwirtschaft gewinnbringend miteinander vereinbaren kann. Christine befasst sich u.a. seit Jahren intensiv mit dem Thema Bodenleben, Humusaufbau und einer regenerativen Beweidungsform. Ein ganzheitliches Betriebsmanagement gibt zudem Planungssicherheit, hilft bei Entscheidungsfindungen, spart Kosten, reduziert Abhängigkeiten und erhöht somit die Wertschöpfung der qualitativ hochwertigen Produkte.

Im Rahmen der Alpen-Modellregion-Projektförderung erarbeitet Christine Bajohr ein Basiskonzept, in das sie die praktischen Erfahrungen der letzten Jahre miteinfließen lässt. Es soll die regenerativen, klimaentlastenden Bewirtschaftungsmethoden im Alpen-und Voralpenraum praxisnah vermitteln und individuell auf andere Betriebe angepasst werden können. Gleichzeitig soll auf dem KugelSüdhangHof eine entsprechende Infrastruktur geschaffen werden, um die Inhalte des regenerativen Gesamtkonzepts praxisnah an interessierte Landwirte, Verbraucher u. a. weitere Interessenten vermitteln zu können.


Bio-Betrieb (in 4. Generation) im Oberallgäu:
Heumilch, Zucht/Aufzucht alter Zwei-Nutzungsrassen, Fleisch-Direktvermarktung von Weideochsen/-rindern, Herstellung und Direktvermarktung von Nährhumus.

Spezialisierung:
güllefreie, boden-schonende Bewirtschaftung, Entwicklung von bodenverbessernder Technik

Ausbildung/Weiterbildung und praktische Erfahrung in:

  • Kompostierung (n. Lübke-Hildebrand)
  • Holistic Management (n. Alan Savory)
  • Mikrobiologie (Soil-Food-Web n. Dr. Ingham)

Regierungsbezirk: Schwaben Landkreis: Oberallgäu Gemeinden: Alpen-Modellregion Weitnau/Missen-Wilhams Natur-/Produktionsraum: Grünland

Projektlaufzeit
bis März 2020

Ziele
Aufbau eines Demonstrations- und Schulungsbetriebes zur praxisnahen Vermittlung regenerativer, klimaentlastender Bewirtschaftungsmethoden im Alpen- und Voralpengebiet mit folgenden Schwerpunkten:

  • Verbesserung einer gesamtbetriebl. Situation durch Holistic Management
  • Grünlandkonzept für Kohlenstoffanreicherung/Humusaufbau
  • Grünlandkonzept zur Verbesserung der Wasserspeicherkapazität/ Wasserqualität
  • Ertragssteigerung und Nährstoffverbesserung durch Erhöhung der Biodiversität

Demonstrations- und Schulungsbetrieb:
  • Beratung von umstellungsinteressierten Landwirten. Praktische und inhaltliche Unterstützung in der Anfangs- und Umstellungsphase (hier keine Unterscheidung zwischen Biobetrieb oder konventionellem Betrieb).
  • Angebot für Workshops, Vorträge, Führungen, Exkursionen etc.
  • Direktvermarktung von Kompost, Kompostextrakten/-tees
  • Angebot von Dienstleistungen (Geräteverleih, Ausbringen von Extrakten), mikroskopische Auswertung von Bodenproben etc.

Unterstützung/Fördermittel:
  • für Fachberatung zum Aufbau eines „Holistic Management-Stützpunkts“
  • Fachberatung für Bodenlabor nach Dr. Ingham
  • für die Erstellung eines Kommunalen Öko-Klimapunkte-Konzepts
  • für betriebliche Gesamtkonzeption, z. B. Planung von Schulungsraum, Gruppenraum für naturpädagogische Angebote, Informationstafeln
  • für PR-Maßnahmen, Filmprojekt, Hoftag für Landwirte und Wissenschaftler

Mögliche Anschluss-/Aufbauprojekte:
  • KUHproKLMA-Forschungsprojekt (mit mehreren Betrieben aus der Region plus Forschungseinrichtungen) > EIP-AGRI
  • Einrichten eines Stammtisches („Wissenschaft trifft Landwirtschaft“)
  • Hof-Lehrpfad
  • Mitwirkung an einem Ökopunkte-Direktvermarktungs-Konzept als zusätzliche Einkommensquelle für nachhaltig wirtschaftende Betriebe. (Z.B. „Klimapunkte“ = Erweiterung des Ökopunktesystems für güllefreie Bewirtschaftung + Humus-/ Corg-Aufbau/H2O-Speicher)


Projektorganisation und Umsetzung
Weitere Informationen über Christine Bajohr & Martin Wiedemann-Bajohr finden Sie auf der Website unter www.kugelsüdhanghof.de

Kontakt
Christine Bajohr (Projektleitung)
Beim Kreuzle 4
87480 Sibratshofen
E-Mail: kugelsuedhanghof@t-online.de
www.kugelsüdhanghof.de