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  • Universitärer Standort Bärnau bringt auch Chancen für die ganze Region

    Suche nach pfiffigen Köpfen

    • 11.04.2017
    • Oberpfalz
Bärnau wird jetzt Hochschulstandort und das bringt enorme Chancen mit sich. Damit die Vernetzung mit den Universität Bamberg, Pilsen und Prag der Region auch nachhaltig etwas bringt, braucht es bereits heute ein tragfähiges Konzept. Wenn sich viele Menschen und Initiativen beteiligen, wird die gesamte Region auf Dauer profitieren – das zeigt die Erfahrung aus anderen bayerischen Gegenden.
Solche pfiffigen Köpfe zu finden, sie zu unterstützen und mit passenden – auch überregionalen – Partnern zu vernetzen, das will die Verwaltung für Ländliche Entwicklung für Ländliche Entwicklung mit der Initiative „HeimatUnternehmen“ vorantreiben.

"Alfred Wolf und seine Mannschaft sind typische HeimatUnternehmer" sagt Willi Perzl vom Amt für Ländliche Entwicklung. "Unsere Initiative will dazu helfen, dass sie ihr Potenzial noch besser entfalten können." Deswegen haben Perzl und Wolf Professor Dr. Reinhard Höpfl nach Bärnau geholt. Der ehemalige Präsident der Technischen Hochschule Deggendorf ist bayernweit bekannt für die Schaffung von dezentralen Außenstellen im Bayerischen Wald.

Höpfl ging auf die Entwicklung der verschiedenen Standorte ein, sei es in Grafenau, Teisnach oder Pfarrkirchen. Gemeinsam mit dem großen Engagement der örtlichen Politik und der Wirtschaft sei es gelungen, Überzeugungs- und Entwicklungsarbeit zu leisten und die Bildungseinrichtungen in der niederbayerischen Region zu etablieren. Für die beteiligten Kommunen mit demografischen Problemen seien die Einrichtungen zu einem Segen geworden. Professor Dr. Höpfl zeigte sich beeindruckt, was in Bärnau ehrenamtlich angestoßen wurde. Er gratulierte dem Team des Geschichtsparks zur Entwicklung eines universitären Standorts und machte Mut, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Durch den Brexit sowie der Wahl des amerikanischen Präsidenten Donald Trump und den damit verbundenen Ängsten werde vielen bewusst, wie wichtig der Zusammenhalt in Europa für unseren Wohlstand sei. Deshalb sah er an der Nahtstelle zwischen Bayern und Böhmen die große Chance, mit einer europäischen Ausrichtung der universitären Zusammenarbeit weitere Potenziale zu entwickeln. Mit geballter Unterstützung der regionalen Politik könne viel erreicht werden. Eingebunden waren in die Diskussion auch die Initiatoren des Ackerbürgerhauses der Knopfstadt, die mit genossenschaftlichen Ansätzen Leben in die Bärnauer Altstadt bringen wollen. Vor allem die Idee, mit nachwachsenden Rohstoffen die Innenstadt mit Wärme zu versorgen, sah Professor Dr. Höpfl als interessanten Ansatz.



Angemerkt:
Geboren in Cham hatte Professor Dr. Reinhard Höpfl nach seinem Physik-Studium in Regensburg und seiner Promotion an der Universität Bayreuth eine vielbeachtete berufliche Karriere gestartet, die zur Professur im Fachbereich Elektrotechnik an die Fachhochschule Regensburg und schließlich zur Leitung des Anwendungszentrums Regensburg führte. Höpfl wechselte anschließend zur Fachhochschule nach Deggendorf und war von 1996 bis 2012 deren Präsident. In seiner Zeit entwickelte er die Fachhochschule von zunächst 286 Studenten in 8 Studiengängen bis zu seiner Verabschiedung auf ca. 4.600 Studenten in 17 Bachelor- und 17 Masterstudiengängen. In seiner Zeit wurden mehrere Teilstandorte in der Region um Deggendorf geschaffen. Für seine Bemühungen wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Deggendorf ernannt.