Recycelter Honigwein aus der Rhön

Wie zwei Imker und ein Winzer aus 160 Kilo "Abfallprodukt" eine Delikatesse kreierten

Drei Männer auf einer Bank im Freien. Sie stoßen mit Wein an.

Die drei HeimatUnternehmer Niko Laus Paul, Thomas Lange und Marius Jordan
© Marius Jordan

Marius Jordan aus Bad Neustadt im Landkreis Rhön-Grabfeld ist Imker aus Leidenschaft. Seit vielen Jahren hält er um die 78 Bienenvölker in der Rhön und erzeugt Honig in Bioqualität. Natürliche Produkte bringen - natürlich - auch Herausforderungen mit sich.
Denn weil der Wassergehalt seines Honigs im vergangenen Jahr zu hoch war und somit nicht mehr den strengen Bio-Vorschriften entsprach, hatte er ein leckeres und 160 Kilo schweres "Abfallprodukt", welches er nicht mehr als Bio-Honig in Gläser abfüllen durfte. Was tun?

Sein Imkerkollege Niko Laus Paul aus Bad Brückenau hatte eine Idee: Aus der Not eine Tugend machen und aus dem guten „Abfallprodukt“ Rhöner Honigwein herstellen. Dazu braucht es aber einen Winzer, der sich für dieses Projekt begeistern lässt. Diesen Winzer fanden Marius und Niko unter den Rhöner HeimatUnternehmern in Person von Thomas Lange vom Weingut Lange in Hammelburg.

Marius brachte seinen Honig in Eimern ins Weingut nach Hammelburg gab ihn in die Hände von Thomas. Er verarbeitete den Rhöner Honig und ließ ihn 2,5 Wochen gären. Die Spannung aber auch die Vorfreude der drei Beteiligten bei der ersten Met-Abfüllung vor kurzem war groß. Die Begeisterung auch. Ihr Plan ging auf.

Aus den 160 Kilo Honig entstanden 615 Flaschen Met, der goldgelb im Glas leuchtet und der – für Honigwein ungewöhnlich – locker prickelt. Ein Ergebnis mit HeimatWert. Marius freut sich, dass sein Honig eine neue Verwendung fand und nun in Flaschen konserviert und somit "recycelt" werden konnte. Eine Win-Win-Win-Situation. Für die beiden Imker, für den Winzer und für die ganze Region.

Der Honig zeigt, wie HeimatUnternehmer - egal wie unterschiedlich die Arbeitsbranchen sind - miteinander gute Projekte umsetzten können, die einen HeimatWert erzeugen und die Region bereichern. Prost!

11.06.2021

Regierungsbezirk: Unterfranken