Jakob und Naomi Huber, Lukas Huber

Landwirtschaft frei und zukunftsfähig gestalten

Original Allgäuer Braunvieh mit Hörnern und Weidehaltung als Chance für Jungbauern, Allgäu als Standort für biologisch-dynamische Bewirtschaftung

Jakob und Naomi Huber bewirtschaften ihren Hof auf Augenhöhe mit ihren Tieren und schließen natürliche Kreisläufe vor Ort
© Initiative HeimatUnternehmen / Katja Zschau

Jakob Huber wusste früh, was er einmal werden wollte: Landwirt. Die Arbeit im Zusammenspiel von Mensch, Tier und Natur faszinierte ihn. Einige Sommer verbrachte der heutige Landwirtschaftsmeister in den Schweizer Bergen und sammelte vielfältige Erfahrungen in der Alpwirtschaft. Während eines Alpsommers lernte er dort auch seine Frau Naomi kennen, mit der er daheim im Allgäu das Abenteuer Hofreform anpackte.

Hofkonzept mit geschlossenen Kreisläufen und einer eigenen Käserei
Als Jakob und Naomi vor der Entscheidung standen, den nicht zukunftsfähigen Milchviehbetrieb von Jakobs Onkel im Allgäu zu übernehmen, nahmen sie die Herausforderung an. Zusammen mit Jakobs Bruder Lukas Huber, der Käser ist, entsteht nun im Huberhof Rohr eine echte Alternative für die Menschen vor Ort.

Denn heute bewirtschaften sie ihren Hof nach konsequent biologisch-dynamischen und tierwohlgerechten Prinzipien: zum Beispiel stehen auf den kräuterreichen Weiden das seltene Krainer Steinschaf und horntragende Original Allgäuer Braunvieh-Kühe, saisonale Abkalbung und Ammenkuhhaltung ermöglicht einen wesensgerechteren Umgang mit den Tieren.

Futter, Dünger, Bodenaufbau und Lebensmittelgewinnung gehen Hand in Hand
„In der gesamten Bewirtschaftung des Hofes geht es um Pflege und Stärkung der natürlichen Kreisläufe“, erläutert Jakob Huber das wichtigste Anliegen des Hofes im Oberallgäu.
Für die Hubers kommt eine Landwirtschaft im konventionellen Sinn nicht in Frage. Deshalb arbeiten sie täglich an der Umsetzung ihrer Idee einer ökologisch nachhaltigen, zukunftsfähigen Landwirtschaft im Sinne eines großen Organismus‘, in dem alle Teilbereiche zusammenhängen und sich beeinflussen. Konkret heißt das auch, Milch-, Fleisch- und Futterkreisläufe auf dem Hof zu schließen.

Dabei legen sie großen Wert darauf, von äußeren Verpflichtungen und Vorgaben unabhängig zu sein und wollen den Hof möglichst ohne Bankkredite in Eigenleistung sanieren, um sich die Freiheit zu bewahren, Neues auszuprobieren und ihren eigenen Weg zu gehen. In der Initiative HeimatUnternehmen fanden sie einen beratenden Partner, um für ihre Ideen eine wirtschaftlich tragfähige Basis zu ermitteln und ihr ganzheitliches Hofprofil nach außen zu kommunizieren.
Ihre biologisch-dynamischen Ansätze im wichtigen Bodenaufbau erweitert Familie Huber durch eine Teilnahme am Projekt KuhProKlima. Zusätzlich befähigte der Austausch mit anderen HeimatUnternehmern den Huberhof hinsichtlich seiner Direktvermarktung, schneller voranzukommen.

Offen für eine hochwertige Lebensmittelversorgung vor Ort: Käserei und Hofladen
Nun werden diese Grundsätze auch für die Menschen vor Ort greifbar. Im Projekt einer eigenen Hofkäserei mit Erzeugnissen von Schaf und Kuh schließt sich der Produktionskreislauf. Lukas Huber hat als gelernter Milchtechnologe und Käser ebenfalls einige Alpsommer in der Schweiz verbracht und dort tiefe Einblicke in die Herstellung von traditionellem Käse kennen und schätzen gelernt. Dieses Wissen bringt er auf dem Huberhof ein in die Hofmolkerei samt Direktvermarktung von Milch- und Fleischprodukten.

Damit schafft der Huberhof Rohr den Spagat zwischen einer überörtlich relevanten, klimaschonenden Bewirtschaftung nach biologisch-dynamischen Gesichtspunkten, eigener Unabhängigkeit und der unmittelbaren Lebensmittelversorgung im Allgäuer Voralpenland rund um Waltenhofen.

Kontakt:
Huberhof Käserei und Hofladen
Lukas Huber, Jakob und Naomi Huber
Rohr 11
87448 Waltenhofen
Tel. 0171/3208444
www.huberhof-allgaeu.de
https://www.instagram.com/huberhof.allgaeu/

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