Gerald Meierhöfer

Gailertsreuther Mühle

Gerald Meierhöfer

Gerald Meierhöfer
© Verwaltung für ländliche Entwicklung

Regierungsbezirk: Oberpfalz

Von einst 4500 bayrischen Mühlen, sind heute nur noch wenige hundert übriggeblieben. Die Gailertsreuther Mühle nahe der tschechischen Grenze ist eine von ihnen. Entschlossen hat der Müllermeister Gerald Meierhofer nach der Walz den Familienbetrieb übernommen, umfassend investiert und auf bio umgestellt. Doch die Branche veränderte sich rasch und für Gerald Meierhöfer blieb auf den großen Märkten die Menschlichkeit zunehmend auf der Strecke. Jedem ging es ums eigene Überleben, auf Abmachungen war immer weniger Verlass, so seine Erfahrung. Einige wenige Mühlen wachsen rasant und kleine Betriebe wie die Gailertsreuther Mühle stehen immer mehr unter Druck, um noch im Geschäft der Großen mit dabei zu sein. Unter solchen Bedingungen wollte der Mühlenmeister nicht länger wirtschaften. Aufgeben war für ihn keine Alternative und damit war klar: „Wenn ich bei den Großen nicht weiter mitspielen mag und kann, dann spezialisiere ich mich auf die Kleinen“.

Was ihm selbst wichtig ist, wurde zum erfolgreichen Nischenkonzept: Seine Leidenschaft für hochwertige Ackerraritäten und Ökolandbau, die Sehnsucht nach menschlichem, fairem Miteinander und persönlichem Kontakt, sowie der Einsatz für regionale Kreisläufe, bilden heute die Basis seines Wirtschaftens. Er investiert viel Zeit in die Pflege eines Netzwerkes aus Biobauern und Bäckern und in den Aufbau eines kleinen Ladens mit Onlineshop. Der Erfolg gibt ihm Recht. Die Lieferanten schätzen den Zusammenhalt und die Verlässlichkeit. Besonders die umliegenden, häufig direkt vermarktenden Bio-Bauern profitieren von der Mühle. Im Biobereich werden häufig noch eher kleine Flächen bewirtschaftet. Der Ertrag ist dann zu gering, um von den großen Mühlen verarbeitet zu werden. Wenn in einer Region die Mühle ganz fehlt, bedeutet das für den Biobauern erschwerte Bedingungen. Umgekehrt gilt genauso: eine kleine Mühle vor Ort hilft, kleine Strukturen zu erhalten.

Aber auch der Absatz stimmt: Regionales Bio ist beim Verbraucher gefragt und eine wachsende Anzahl von Stammkunden stimmt zuversichtlich. Die Nachfrage im Internet startet nach Freischalten des Online-Shops rasant. So entwickeln sich der Verkauf im kleinen Laden vor Ort und der Onlinehandel zu weiteren betrieblichen Standbeinen.