Florian Blank

Landwirtschaft zum Mitmachen

Florian Blank im Porträt vor einem Salatbeet

HeimatUnternehmer Florian Blank betreibt den Freigarten Stein im Landkreis Bayreuth.
© Adriane Lochner/@Heimatunternehmen


Freigärtner Florian Blank setzt auf das „Wir-Gefühl“. Er will Menschen für das ökologische Gärtnern begeistern und für die Vielfalt alter Obst- und Gemüsesorten. Zusammen mit seinen Mitstreitern gibt er Seminare und Workshops zur Pflanzenpflege, ihrer Nutzung sowie den Grundlagen einer schonenden, humusaufbauenden Bodenbewirtschaftung. Ein solches Gemeinschaftskonzept ist in der Region einmalig.

Zum Gemüseanbau kam Florian Blank auf Umwegen. Zwölf Jahre lang arbeitete er als Fluggeräteelektroniker bei der Bundeswehr. In seiner Freizeit trieb er viel Sport und beschäftigte sich mit gesunder Ernährung. Doch die Einkaufsmöglichkeiten ließen zu wünschen übrig. „In den Supermarktregalen habe ich nicht die Lebensmittel gefunden, die ich wollte“, berichtet er. Vor allem an Vielfalt habe es gefehlt. „Im Handel werden Obst- und Gemüsesorten vor allem nach ihrer Haltbarkeit ausgewählt“, erklärt Florian. Viele alte Sorten seien dabei auf der Strecke geblieben mitsamt ihrer Vorzüge. So manches fast vergessenes Gemüse sei resistenter gegenüber Schädlingen, stelle weniger Ansprüche an den Boden oder sei einfach viel intensiver im Geschmack.

Retter alter Gemüsesorten

Florian fand den ökologischen Gemüseanbau so spannend, dass er sich auch praktisch weiterbildete, zunächst auf dem Krameterhof in Österreich, einem Pionierbetrieb in Sachen Permakultur und alternativer Landbewirtschaftung. Zurück in der Heimat absolvierte er eine komplette Ausbildung zum Landwirt. Im Jahr 2019 gründete Florian den Freigarten Stein, einen Obst- & Gemüsebaubetrieb auf einem ehemaligen Bauernhof bei Eckersdorf im Landkreis Bayreuth. Dort baut er gemeinsam mit seinen Mitstreitern auf rund zwei Hektar 35 bis 40 Kulturen an, unter anderem Tomatensorten mit den Namen "Green Zebra", "Goldiana" oder "Hellfrucht". Alte Salatsorten heißen "Romana Valmaine" oder "Laibacher Eis". Gesät und geerntet wird vor allem per Hand. Der Boden wird durch Komposterde und Mulchwirtschaft ständig regeneriert.

Solidarische Landwirtschaft

Der Freigarten Stein ist in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes. Das fängt schon beim Namen an. In Anlehnung an den mittelalterlichen Begriff „Freibauer“ hat Florian seine Wortneuschöpfung „Freigärtner“ als Marke eintragen lassen. Während ein Freibauer unabhängig vom Grundherren war, will Florian unabhängig vom Großhandel sein und direkt mit den Verbrauchern zusammenarbeiten. Ein Teil des Freigartens wird als Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi) in einer Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaft kultiviert. Die Idee: Mehrere private Haushalte tragen die Kosten des landwirtschaftlichen Betriebs und erhalten im Gegenzug die Ernteerträge. Der Erzeuger wird nach seinem Aufwand bezahlt, nicht nach den vom Markt vorgegebenen Preisen. Derzeit gibt es 60 Ernteteiler, von denen sich viele selbst im „Freigarten Stein“ engagieren.

Jeder kann mitmachen

Die landwirtschaftlichen Erträge gehen weit über den Bedarf der Solidargemeinschaft hinaus. Daher hat Florian andere Absatzwege für das Gemüse gefunden, etwa über verschiedene Abholstellen in und um Bayreuth sowie über eine lokale Marktschwärmerei, bei der das Gemüse Online vorbestellt und zentral abgeholt werden kann. Ein Online-Shop mit Lieferservice ist ebenfalls geplant. Den persönlichen Kontakt zum Verbraucher will Florian erhalten. Daher bieten er und seine Mitstreiter im Freigarten Stein zahlreiche Seminare und Workshops an, beispielsweise zur richtigen Pflege der Pflanzen oder zum Einkochen von Früchten. Bei einem von drei Hoffesten im Jahr haben Interessierte die Möglichkeit, ungezwungen die idyllische Atmosphäre zu genießen und Kontakte mit Gleichgesinnten zu knüpfen.

Projekt „Baum um Baum“

„Den Menschen wieder zum Lebensmittel bringen“, lautet Florians Mission. HeimatEntwicklerin Marion Deinlein sieht darin großen Heimatwert: „Florian vermittelt ganz deutlich ein Wir-Gefühl. Ihm ist es ein Bedürfnis, dem Verbraucher eine nachhaltige, ökologische Anbauweise nahe zu bringen. Dafür nimmt er sich Zeit.“ Zudem sei der ökologische Gemüseanbau in der Region stark unterrepräsentiert. Der Freigarten Stein fülle damit eine wichtige Versorgungslücke. Bald wird es im Freigarten Stein neben alten Gemüsesorten auch zahlreiche alte Obstsorten geben. Marion unterstützt Florian derzeit beim Projekt „Baum um Baum“. Dabei soll mit Hilfe verschiedener Kooperationspartner ein Obstgarten entstehen, der nicht nur hochwertige Lebensmittel liefert, sondern auch ein Begegnungs- und Schulungsort sein wird.


SoLaWi Freigarten Stein
Inh. Freigärtner Florian Blank
Stein 1
95488 Eckersdorf

Mobil: +49 (0) 176 216 53 140
Mail: office@freigarten-stein.de
Web: www.freigarten-stein.de

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Regierungsbezirk: Oberfranken